Antrag zu TOP 9 der heutigen Ratssitzung
Wir begrüßen ausdrücklich den innovativen Schritt des digitalen Zwillings innerhalb der Verkehrsdatenerfassung anzustoßen. Urban digital Twins bieten einen innovativen Ansatz, um die zunehmende Komplexität der städtischen Mobilität zu bewältigen und den Verkehrsablauf zu verbessern. Dies gilt nicht nur für den kompletten urbanen digitalen Zwilling, sondern umfasst auch den Mobility Layer selbst. Ein Verkehrsmodell ist beispielsweise bereits ein digitaler Zwilling der Verkehrssituation einer Stadt. Die virtuelle Darstellung zeigt die komplexen und multimodalen Reiseentscheidungen, Bewegungsmuster der verschiedenen Verkehrsteilnehmenden und die entsprechende Mobilitätsnachfrage.
Zudem umfassen solche digitalen Modelle die Kapazitäten des Verkehrsnetzes. Innerhalb dieser digitalen Spielwiese können Verkehrs- und Stadtplaner*innen die Auswirkungen verschiedener Verkehrs- und Flächennutzungsoptionen bewerten. Sie können die wahrscheinliche Leistung des Verkehrssystems in der Zukunft prognostizieren. Durch Verkehrssimulationen verstehen Planer*innen den Verkehrsfluss besser und wie verschiedene Verkehrsteilnehmende miteinander interagieren. Die Untersuchung von "Was-wäre-wenn"-Szenarien hilft, kluge Entsumgesetzt werden.
Diese Änderungen können z.B. Straßen, Radwege oder neue öffentliche Verkehrsmittel beinhalten. Die Vorlage gibt keinerlei Hinweise mit welchem Ziel die Standorte für die Sensorik ausgewählt wurden. Es wird lediglich der Hinweis gegeben, dass man sich nicht auf wenig stark frequentierte Kreuzungsbereiche beschränken sollte. Daher ergeben sich aus unserer Sicht folgenden Fragestellung, die vor einer Beschlussfassung beantwortet sein sollten:
Welches konkrete Ziel wird mit dem digitalen Zwilling verfolgt? Anhand der Standorte wird dies nicht deutlich, es wird versucht alles zu bedienen. Sind die Daten dann ausreichend um zukünftig kluge Entscheidungen daraus ableiten zu können? Welche Fragestellung bzw. Problemstellung versucht man mit den jeweiligen Sensoren zu klären und zu lösen? Welche Fragestellungen lassen sich mit den Knotenpunkten und Standorten verbinden? Ist eine Ausweitung auf das gesamte Stadtgebiet wirklich nötig oder wäre nicht vielleicht ein kleinerer Bereich mit mehr Sensoren sinnvoller? Eine Fokussierung auf den geplanten Innovationscampus erscheint dann doch zielführender. Gibt es andere Fördermöglichkeiten mit mehr Förderquote in Kooperation mit Hochschule und anderen Kooperationspartnern? Wie werden die Daten gesammelt? Wie erfolgt die Datenauswertung, sind dafür zusätzliche Personalaufwendungen notwendig? Zum Beispiel könnte ein Ziel sein, ein Rad-Netz mit Hauptfahrradrouten durch die Stadt Wesel abzuleiten, leider ist dies mit den ausgewählten Standorten sehr wahrscheinlich nicht möglich. Daher beantragen wir, dass Thema „digitaler Zwilling" im zuständigen Ausschuss zu beraten.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Linz Christoph Lohmann
-Fraktionsvorsitzender- -Ratsmitglied-



