JavaScript is required

In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu schwerwiegenden Störungen im Glasfasernetz, von denen auch Haushalte und Gewerbebetriebe im Weseler Stadtgebiet bzw. unmittelbaren Umfeld betroffen waren. Nach Berichten der lokalen Presse seien beispielhaft genannt:


  • Wesel-Lackhausen: Oktober 2025, ca. zwei Wochen Ausfall (NRZ)
  • Emmerich/Rees/Wesel: März 2025, mehr als 24 Stunden, rund 8.000 betroffene Haushalte (NRZ)
  • Xanten/Wesel-Büderich: Mai 2025, ca. anderthalb Tage, rund 2.000 betroffene Haushalte (NRZ)


Solche Ausfälle haben erhebliche Auswirkungen auf die Daseinsvorsorge und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vor Ort: Homeoffice-Arbeitsplätze fallen aus, Arztpraxen/telemedizinische Angebote sind in der Außenkommunikation eingeschränkt und Hausnotrufsysteme können beeinträchtigt sein. In Lackhausen wurden solche Auswirkungen auch im Zusammenhang mit einer Arztpraxis beschrieben (NRZ). Vor dem Hintergrund fortschreitender Digitalisierung und der Bedeutung Wesels als Wohn- und Wirtschaftsstandort halten wir es für erforderlich, die Resilienz der Glasfaserinfrastruktur im Stadtgebiet systematisch in den Blick zu nehmen.


Wie bitten die Verwaltung zu prüfen,


  1. welche Möglichkeiten der Stadt Wesel bestehen, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten (z. B. bei Tiefbaumaßnahmen, Aufgrabungen/Trassen im öffentlichen Raum sowie Koordinierungs- und Abstimmungsprozessen) Schäden an kritischen Glasfasertrassen wirksamer zu vermeiden und Wiederherstellungszeiten im Störungsfall zu verkürzen;
  2. ob und in welcher Form die Verwaltung gemeinsam mit den relevanten Netzbetreibern/Carriern einen standardisierten Fragenkatalog bzw. Audit-Dialog


etablieren kann, der insbesondere folgende Punkte umfasst: 


a)   vorhandene Redundanz-/Ausweichkonzepte (z. B. ringförmige/duale Anbindungen, alternative Übergaben),

b)   georedundante Trassenführung bzw. Mindestabstände kritischer Leitungswege,

c)    Kennzeichnung/Ortung kritischer Trassen sowie Nutzung von Leitungsauskunftssystemen,

d)   Störungsmonitoring und Prozesse zur schnellen Lokalisierung/Entstörung,

e)   organisatorische Notfall- und Eskalationsprozesse inkl. erreichbarer Entstör-/Spleißbereitschaften,

f)     Kommunikationskonzepte gegenüber Bürgerinnen/Bürgern und Unternehmen im Störungsfall;


  1. ob die Stadt Wesel – gemeinsam mit Netzbetreibern und Tiefbauakteuren – Maßnahmen zur verbindlicheren Vorabmeldung/Koordination von Arbeiten im Umfeld kritischer Infrastruktur verbessern kann.


Nach Abschluss der Prüfung bitten wir um einen Bericht im zuständigen Ausschuss (ggf. unter Beteiligung weiterer Fachausschüsse), der die Ergebnisse zu 1–3 darstellt, die kurzfristig/mittelfristig realistisch umsetzbaren Maßnahmen bewertet und das weitere Vorgehen skizziert.


Mit freundlichen Grüßen


 

Stefan Scholten                                             Dirk Holzwarth

- Sachkundiger Bürger-                                 - Sachkundiger Bürger-


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Anlage (Auswahl): Presseberichte zu Glasfaser-Ausfällen



  1. NRZ (Wesel/Hamminkeln/Schermbeck), 13.10.2025: „Wesel: Lackhausen hat nach zwei Wochen endlich wieder Internet“ (NRZ)
  2. NRZ (Wesel/Hamminkeln/Schermbeck), 07.10.2025: „Weseler Arzt seit Tagen ohne Internet: ‚Die Leute werfen Briefe ein‘“ (NRZ)
  3. NRZ (Wesel/Hamminkeln/Emmerich/Rees), 27.03.2025: „Glasfaser-Störung: 8000 Haushalte zwischen Wesel und Emmerich ohne Internet“ (NRZ)
  4. NRZ (Wesel/Xanten), 23.05.2025: „Internet in Wesel und Xanten: Glasfaserstörung ist behoben“ (NRZ)